Aktuelles arrow Archiv arrow Camp 2011 arrow Vorbereitungen
Vorbereitungen: eine erfolgreiche Reise

Ende März 2011 ist eine Delegation von swisscor nach Mazedonien gereist, um das Projekt des medizinischen Camps den Behörden vor Ort vorzustellen. Dabei wurde die Wahl der Kinder, die in die Schweiz kommen werden, bestimmt.

swisscor zieht eine erste Bilanz mit Herrn Jörg Rickenmann, Generalsekretär der Stiftung swisscor. Gespräch.

 

Welches sind die Ziele des Rekognoszierens?

Die Vorbereitungen für das medizinisch betreute Camp 2011 haben bereits 2010 begonnen. Das von swisscor ausgearbeitete Konzept ist vom Schweizer Botschafter in Skopje den Ministerien, welche für die Institutionen von benachteiligten Kindern verantwortlich sind, überreicht worden. Das Rekognoszieren bezweckt nun, den Behörden und Institutionen, welche swisscor ihre Kinder anvertrauen, das Camp und seine Ziele näher zu bringen, die Kriterien der Auswahl der Kinder zu erklären und die Dokumente und notwendigen Vorbereitungen für die Reise in den Institutionen im Land selber genau aufzulisten.

 

Wer waren die Delegationsteilnehmer?

Die Delegation bestand aus zwei Gruppen: eine Gruppe mit protokollarischen Aufgaben an 2 Tagen und eine zweite Gruppe mit eigentlicher Aufgabe der Besuche der Institutionen, an 5 Tagen.

Die erste Gruppe, vom Schweizer Botschafter Stefano Lazzarotto unterstützt, besuchte den Minister für Soziale Wohlfahrt, sowie das Praesidium des Roten Kreuzes von Mazedonien. In dieser Equipe waren: Dr.med. Gianpiero Lupi, Präsident der Stiftung swisscor, Daniel Biedermann, Vizepräsident und ehemaliger Direktor des Schweizerischen Roten Kreuzes, Stephanie Hofer, verantwortlich für die Jugend des Schweizerischen Roten Kreuzes im Lager, welche während des Lagers mit 15 Freiwilligen das interkulturelle Programm gestaltet und Sacha Distel, Chef Zivilschutz des Kantons Schaffhausen, welcher für die Logistik des Lagers verantwortlich ist.

Die zweite Gruppe besuchte neun Institutionen in Mazedonien. Sie erklärte dort das Vorgehen bei der Selektion der Kinder, die medizinischen Dokumente (in mazedonischer und albanischer Sprache übersetzt), die medizinischen Ziele, die Programme des Lagers, und traf möglichst Kinder, welche in Frage kamen, sowie Betreuer, welche mit den Kindern in die Schweiz kommen werden. In dieser Gruppe waren: Dr.med. Françoise von Tscharner, medizinische Kommission, verantwortlich für die medizinischen Belange des Lagers, Martin Jäggi, Leiter des Lagers und Jörg Rickenmann, Generalsekretär von swisscor, verantwortlich für die Vorbereitungen und für die Reise der Kinder.

 

Welche Kinder werden wir dieses Jahr empfangen?

 

Es werden 82 Kinder und 14 Betreuer aus Mazedonien eingeladen. 80 % sprechen mazedonisch, 20 % albanisch. Sie kommen aus sieben der neun besuchten Institutionen und sind verschiedener Herkunft und Kulturen. Im Detail: 10 Kinder (4 Mädchen und 6 Knaben) von der Institution « 25 May Skopje » ; 31 Kinder (11 Mädchen und 20 Knaben) von « 11th Oktober Skopje » ; 9 Kinder (6 Mädchen und 3 Knaben) von « Banja Bansko Strumica » ; 12 Kinder (6 Mädchen und 6 Knaben) von « Ecole pour malvoyants, Dimitar Vlahov Skopje » ; 6 Mädchen von « PolioPlus Skopje » und 14 Kinder (7 Mädchen und 7 Knaben) von « Obdachlos Lubanski Chichivo celo ». Neun Kinder werden im Rollstuhl sein.

 

Wie wurde die Delegation von swisscor empfangen?

 

Die Stiftung swisscor hat einen sehr guten Ruf in Mazedonien. 2003 wurde bereits ein Camp für 100 Kinder aus Mazedonien durchgeführt, im Jahr 2006 kamen 17 Kinder in das Friedenscamp für Kinder aus 6 Staaten des Balkans. Die Gespräche erfolgten freundschaftlich und in gegenseitigem Vertrauen.

 

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Schweizer Instanzen in Mazedonien?

 

swisscor erfährt eine äusserst grosszügige Hilfe von der schweizerischen Botschaft und vom Büro der DEZA. Seit mehreren Monaten arbeitet swisscor regelmässig zusammen an den Vorbereitungen dieses Projektes.

 

Das Camp 2011, das 12. medizinisch betreute Lager der Stiftung swisscor wird anders als die vorherigen. Welches sind die Neuerungen?

 

Der Vorsteher des VBS, Bundesrat Ueli Maurer, hat der Stiftung swisscor angeboten, direkt mit armasuisse  betreffend Miete von Infrastrukturen zu verhandeln. Das Camp wird im Rekrutierungszentrum der Armee in Mels bei Sargans stattfinden. Die Schlafmöglichkeiten mit 6-er Zimmer sind bequem, das Gebäude für Kinder mit Behinderungen Rollstuhlgängig, die medizinische Infrastruktur perfekt. swisscor wird auch 2 Plätze für zahnmedizinische Einrichtungen aufstellen können, was 2 Zahnärzten während des ganzen Lagers erlauben wird, diese stets so nötigen Behandlungen durchzuführen. Dazu kommen polyvalente grössere Säle und grosse Rasenflächen für Spiel und Sport. Der Zivilschutz des Kantons Schaffhausen wird mit 25 Personen während des ganzen Lagers für Logistik, Küche, Transporte und Unterstützung der Kinder, v.a. der Kinder mit Behinderungen da sein. Die kulturellen Animationen, die wertvollen zwischenmenschlichen Begegnungen im Spiel, werden durch 15 Freiwillige des Schweiz. Jugend Rotes Kreuz mit ihren Leiterinnen vorbereitet und durchgeführt werden.

 

Welches sind die nächsten Schritte der Vorbereitung?

 

Über die schweizerische Botschaft wird swisscor von jedem Kind (wenn möglich medizinische) persönliche Dossiers erhalten. Bis Ende April werden diese von der medizinischen Kommission beurteilt. Es folgt das administrative Procedere, die Anfertigung von Pässen, die Vorbereitung der eigentlichen Reise etc. Ein Vorbereitungsseminar für die mazedonischen Betreuer findet am 21.und 22. Mai in Struga, 170 km südlich von Skopje statt. Es werden alle wichtigen Themen des Camps besprochen und den Betreuenden die Möglichkeit gegeben sich zu informieren, Fragen zu stellen und sich untereinander kennen zu lernen. Dies um einen harmonischen Aufenthalt  für die Kinder in der Schweiz zu garantieren und allenfalls denkbaren Problemen schon von Anfang an zu begegnen und zu vermeiden.

In der Schweiz: Die Schweizerische Jugend Rotes Kreuz organisiert ein Vorbereitungs-Wochenende für die 15 Freiwilligen. Die Lagerleitung verhandelt mit Behörden des Flughafens von Zürich um eine vereinfachte Ankunft und wieder Abflug der Kinder; organisiert die Nahrungsmittelbestellungen, die Sicherheit des Lagerortes, sowie die verschiedenen geplanten Exkursionen. Die medizinische Kommission beurteilt die medizinischen Unterlagen und organisiert spezialärztliche Beurteilungen. Die Kommunikation bereitet eine Pressekonferenz in Mazedonien und Pressecommuniqué in der Schweiz vor. Der Zivilschutz bereitet sich vor, um permanent 25 Personen im Lager anwesend zu haben. Das Generalsekretariat überwacht alle personellen und materiellen Vorbereitungen, um die Kinder zu empfangen.

 

Welches werden die herausragenden Momente des Lagers 2011 sein?

 

Die Ankunft und der Abschied: Der Flughafen Zürich ermöglicht einen einmaligen vereinfachten Ablauf bei Ankunft und  Abflug. Bei der Landung des Flugzeuges gelangt ein La Poste Car direkt neben das Flugzeug; die Kinder mit ihrem Gepäck steigen sofort ein, währenddem die Zollformalitäten vorgenommen werden. Von der Landung des Flugzeuges bis zur Abfahrt des Cars dauert es nur rund 30 Minuten, was ein immenser Vorteil für die Kinder bedeutet.

Musik: Bereits zum vierten Mal besuchen die Rekruten eines Militärspieles einen Nachmittag die Kinder , spielen für sie und ermöglichen ihnen selber die Instrumente auszuprobieren, was für sie jeweils einen Riesenspass bedeutet.

Tag der Begegnung swisscor: am 29. Juli 2011. Alle Personen, die swisscor in irgendeiner Form unterstützen, werden zu diesem Festtag für die Kinder eingeladen. Die Kinder tanzen und singen Lieder ihrer Heimat, begegnen den Gästen und essen mit ihnen.

Exkursionen: Eine Schifffahrt auf dem Bodensee, Pic-Nic, Bräteln in den Bergen, Besuch eines Zoos und anderes mehr.

Hinzu kommen die interkulturellen pädagogisch gerichteten Spiele, der Sport, das sich Kennen lernen, Vertrauen gewinnen, Freundschaften schliessen und Üben der Toleranz von Kindern ganz verschiedener Herkunft.

 

swisscor - Kommunikation
Interview vom 16. April 2011