Aktuelles arrow Camps arrow Camp 2012 arrow Das Wiedersehen
Follow up

 

Wiedersehen in Moldawien

 

Dr. med. Françoise von Tscharner, swisscor-Stiftungsrätin und medizinische Leiterin, traf auf der Vorbereitungs-Reise Anfang März fünf Buben und Mädchen, die 2010 das medizinischen Camp in der Schweiz besuchten.

 

Krankengeschichten. Françoise von Tscharner und Arztkollege Federico Soldati (von der Deza) schauen sich die Akten der Kinder an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«Für uns ist wichtig zu prüfen, ob unsere Hilfe nachhaltig wirkt», erklärt Françoise von Tscharner. Das Wiedersehen nach zwei Jahren in einem Hotel der Hauptstadt Chisinau war herzlich – die Kinder brachten sogar Blumen und selber gebastelte Anstecker mit. Und sie freuten sich sichtlich, die Ärztin aus der Schweiz wieder zu treffen.
Eines der Kinder ist der 16-Jährige Danu Cojuhari. Er hat eine Sehschwäche, seine Augen sind hinter dicken Brillengläsern versteckt. Früher litt er zudem an epileptischen Anfällen verbunden mit einer leichten Tetraparese, einer Lähmung der Extremitäten. Im medizinischen Camp 2010 erhielt Danu in der Schweiz Krücken und orthopädische Schuhe. Seither ist er viel mobiler, kann mit seinen Kameraden spielen – «sogar Fussball», versichert er. Françoise von Tscharner ist mit seinen Forschritten sehr zufrieden, zumal sich auch in seinem sozialen Umfeld einiges getan hat. Der Bub konnte das Kinderheim verlassen und lebt heute wieder bei seinen Eltern.

 

Hilfe in der Schweiz
Eine neue Welt hat sich auch Liliana Cazanciuc eröffnet. Der 16-Jährigen fehlte bei der Geburt auf der linken Seite die Ohrmuschel. Als Teenager versuchte sie ihr Handicap mit langen Haaren zu kaschieren – doch das schlechte Gehör blieb. Im swisscor-Camp erhielt das Mädchen vor zwei Jahren einen Hörapparat, dank einem chirurgischen Eingriff in Moldawien selber hat sie auch wieder eine Ohrmuschel. Françoise von Tscharner schaut sich die Arbeit genau an und will wissen, wie sich Lilianas Leben seither verändert hat. «Ich bin in der Schule viel besser geworden», erzählt das Mädchen. Sie kann dem Unterricht nun folgen. Und ihre Begleiter aus dem Heim berichten, dass sie auch unter Gleichaltrigen aufgeblüht ist. An ihren Aufenthalt in der Schweiz erinnert sich Liliana gerne zurück, geblieben seien ihr vor allem die lustigen Ausflüge und «die schönen Kleider, die wir bekommen haben».
Eine ähnliche Geschichte erlebt Ecaterina Ursu. Die 15-Jährige erhielt im swisscor-Camp zwei Hörapparate. Françoise von Tscharner bringt ihr, wie auch Liliana, aus der Schweiz eine Schachtel Batterien dafür mit – die Firma Phonak sponsert diese, bis die Kinder erwachsen sind. «Ich bin heute viel besser integriert als früher», erzählt Ecaterina, die bei ihrer Grossmutter lebt. Das Mädchen hat neue Freundschaften geschlossen und ist in der Schule durchgestartet. «Ich möchte dereinst die Highschool besuchen und dann Journalistin werden.»

 

Kinderglück. Danu Cojuhari (l.), Liliana Cazanciuc (oben) und Ecaterina Ursu (unten) beim Wiedersehen in Chisinau. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hilfe vor Ort
Die Stiftung swisscor unterstützt die Kindern auch nach den Lagern weiter, wenn dies nötig und möglich ist. Doch dank des Fortschritts sind medizinische Dienstleistungen immer öfter auch in den Heimatländern der Mädchen und Buben zu finden. So gibt es in Chisinau beispielsweise ein Zentrum Crepor für orthopädische Hilfsmittel, das gleichzeitig auch eine Poliklinik betreibt. Eine Delegation von swisscor besucht die Institution, um sich ein eigenes Bild des Entwicklungsstandards der Prothesen und orthopädischen Schuhe zu machen. Denkbar wäre, dass Kinder hier für eine Nachbehandlung oder eine Anpassung vorbeikommen könnten.

 

Hilfsmittel. Das orthopädische Zentrum in Chisinau fertigt Spezial-Schuhe und Prothesen. Mediziner Nicolae Gontariuc führt durch die Werkstätten.