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Das swisscor-Lager 2008 für 80 Kinder aus Jordanien

Interview: Ende April 2008

Im Jahre 2008 empfängt die swisscor-Stiftung 80 Mädchen und Knaben aus Jordanien im Alter zwischen 11 und 14 Jahren. Wie im Jahr zuvor wird das medizinisch betreute swisscor-Lager im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen (AR) stattfinden.

Vom 21. – 24. April hat sich eine Delegation des swisscor-Stiftungsrates unter der Leitung seines Präsidenten, Herrn André Liaudat nach Jordanien begeben. Auch der Generalsekretär der swisscor-Stiftung, Herr Jörg Rickenmann, war dabei und beantwortet unsere Fragen:

Herr Rickenmann, was ist das Ziel einer solchen Reise?

Diese 3-tägige Reise diente zur Kontaktaufnahme mit verschiedenen Personen, Institutionen und Ämtern, einerseits mit dem Ministerium für Soziales des haschemitischen Königreiches, mit der Schweizer Botschaft in Jordanien, dem Verbindungsbüro in Amman und andererseits mit den Verantwortlichen der jordanischen Institutionen von welchen 40 Kinder am Ferienlager teilnehmen werden. Dazu galt es auch Vertreter der UNO für das Flüchtlingswesen im Nahen Osten zu treffen, welche ebenfalls 40 Palästinenser-Kindern aus jordanischen Flüchtlingslagern einen Aufenthalt in Trogen ermöglichen wollen. Zudem ging es darum, das swisscor-Projekt den Eltern und Familien vorzustellen, welche ihre Kinder der swisscor-Stiftung anvertrauen werden. 13 Begleitpersonen wurden zudem über ihre zukünftigen Aufgaben und die Zusammenarbeit mit der swisscor-Stiftung während des Lagers in Trogen informiert.

Können Sie mir nach Abschluss dieser Kontaktaufnahmen sagen, was für Kinder in Trogen am swisscor-Lager teilnehmen werden?

Es werden 80 Knaben und Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren sein. Alle sind arm, viele sind Waisen oder Halbwaisen und 6 Kinder sind schwerstbehindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Kinder werden durch 13 Betreuer und Betreuerinnen (Erzieher, Lehrer, Physiotherapeuten) welche die sie aus ihrem Umfeld kennen, begleitet. Diese Erwachsenen können sich in der englischen Sprache ausdrücken und werden dazu beitragen, dass das medizinische Personal und die schweizerischen Pädagogen mit den Kindern kommunizieren können.

Wie wurde die swisscor-Delegation in Jordanien empfangen?

Der Empfang war äussert warmherzig und grosszügig. Wir durften viel Freundlichkeit und Sensibilität erfahren. Dank der vorgängigen Informationstätigkeit durch die Schweizer Botschaft in Amman kannten die Vertreter der Institutionen, der Schulen, sowie die Familien die Ziele des medizinisch betreuten swisscor-Lager. Die Idee und die Ziele der swisscor-Stiftung wurden wohlwollend aufgenommen und als typisch schweizerische humanitäre Geste aufgefasst.

Die Vorbereitungsaufgaben sind somit teilweise abgeschlossen, was bleibt jetzt noch zu tun?

Nun beginnen die Reisevorbereitungen. Die ärztlichen Fragebogen müssen durch die verantwortlichen Kinderbetreuer ausgefüllt werden. Diese Dokumente werden anschliessend durch die swisscor-Ärzte beurteilt. Danach müssen provisorische Reisepässe durch das jordanische Ministerium für Soziales erstellt werden. Weiter muss die offizielle Einladung formuliert werden, damit die Visa rechtzeitig gültig und bereit sind. Während unseres Kurzbesuches in Jordanien konnte Herr Gilléron, Vize-Präsident der Stiftung und Verantwortilcher für Transportfragen, mit der Königlichen Jordanischen Airline in Amman bereits den Charterflug für den Hinflug in die Schweiz (31.07.08) und die Rückreise (14.08.08) organisieren. In der Schweiz sind die Zollformalitäten auf dem Flughafen Zürich abzusprechen. Der Einsatz des medizinischen Personals ist zu planen und mit Spezialärzten des Kantonsspitals St.Gallen muss Kontakt aufgenommen werden. Die Koordination für die Zahnbehandlungen im Pestalozzi-Dorf muss angegangen werden, die Kleiderfragen müssen gelöst werden, Ausflüge geplant und weitere Detailfragen für einen guten Lagerverlauf müssen geklärt werden.

Das swisscor-Lager wird zum zweiten Mal im Pestalozzi-Dorf Trogen stattfinden. Was werden die Höhepunkte des Lagers sein?

Die 80 Kinder aus Jordanien leben alle im gleichen Land und stammen aus der gleichen arabischen jordanischen oder palästinensischen Kultur. Durch Zufall gehören die ausgewählten Kinder jedoch verschiedenen Religionen an (Muslime, Orthodoxe, Christen).  Einen Höhepunkt wird laut den Pädagogen des Kinderdorfes Pestalozzi das interkulturelle Programm darstellen, wenn die Kinder herausfinden, dass eigentlich kein Unterschied besteht, es wichtig ist aufeinander zuzugehen und so Gemeinsamkeiten entdeckt werden können. Ein anderer Höhepunkt wird der offizielle Besuchstag am 9. August sein. Zu Ehren der Kinder werden Gäste von nah und fern im Kinderdorf Pestalozzi erwartet, welche das humanitäre Engagement der swisscor Stiftung unterstützen.

 

 

 

 

 

  

 

 

  

Links: Das swisscor-Projekt wird Kindern, Eltern und Begleitern vorgestellt. Rechts: Die swisscor-Delegation wird durch Frau Hala Lattouf, Ministerin für Soziales des Haschemitischen Königreiches Jordanien, empfangen (hinten).